Innerer Frieden

Es war, als würde mich ein Blitz treffen. Plötzlich war alles so klar. Mein Leben hatte einen Sinn bekommen.
Die Schmerzen waren verschwunden, mit ihnen Angst, Zerstörungswut, Hass und jeglicher Selbstzweifel. Meine Narben waren verheilt; die Narben auf Körper, Geist und Seele. Die innere Unruhe war wie weggeblasen und zum ersten Mal, in meinem Leben, fühlte ich Frieden. Waffenstillstand. Die Stimmen in meinem Kopf verstummten. Erinnerungen an die Vergangenheit verwandelten sich in böse Träume (und jeder weiß, dass Träume nicht wirklich passieren). Vorbei mit dem eisigen Wind, der mein Herz in einen kalten Eisklotz verwandeln wollte.
Ich muss mich nicht mehr verstecken. Mein Körper gefällt mir. Das tat er vorher noch niemals! Um mich herum ist alles ruhig und friedlich; ich bin ruhig und friedlich; ich hab es geschafft Frieden zu schließen. Mit mir, meiner Vergangenheit, und alles was zu meinem Leben einmal gehörte.
Dort wo ich nun bin; es ist ein wunderschönes Gemälde, gemalt durch meine Phantasie, auf einer riesigen Leinwand. Warme Farben umgeben mich. Eine be- und verzaubernde Landschaft.
Da kommt jemand auf mich zu. Eine kleine, zierliche Person. Das Gesicht in einen dunklen Schleier gehüllt, schreitet langsam und bedächtig auf mich zu.
Wer ist sie?
Jetzt steht sie vor mir. Sagt kein Wort.
Ein Windhauch lässt den Schleier langsam von ihrem Gesicht auf den Boden fallen.
Ich kenne diese Person. Doch hab ich sie schon lange nicht mehr gesehen. Als ich sie das letzte Mal sah, ging es ihr nicht so gut. Sie war krank. Aber nun ist sie wieder gesund und das freut mich sehr!
Es ist eine Tante von mir. Sie ist meine Tante.
Jetzt ist es mir bewusst. Ich bin tot.
20.1.07 09:25
 


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